Mathias's blog

Neue Griechische Tragödie

Zinseszins ist ein unnatürliches, widersinniges und nicht nachhaltiges Konzept. Ein reales Unternehmen im Aufbau kann möglicherweise eine Zeit lang mithalten mit exponentiellem Wertzuwachs und seine Kredite bedienen, aber dauerhaft geht das nicht. Es ist ein Konstrukt, eine von Gier getriebene Entscheidung, gelagertes und geliehenes Geld exponentiell anwachsen zu lassen. Nur Inflation kann dieser Entwicklung entgegenstehen, schleichende, rasante, und am Ende galoppierende.
Griechenland ist einer Währungsunion beigetreten, die eine selbstgeregelte Inflation unterbindet. Inflation betrügt die Bürger, jeder hofft, durch den Zinseszins auf mühsam Erspartes ein paar Euros zu verdienen, doch gleichzeitig geht durch Inflation ein Großteil wieder verloren.
Margrit Kennedy beleuchtet dies in ihrem neuen Buch Occupy Money (Leseprobe: weltinnenraum.de/out/media/material/kamphausen/leseproben/9783899015959_lepro.pdf), und noch ausführlicher im schon Klassiker "Geld ohne Zinsen und Inflation", welches sie kostenlos als pdf-Download zur Verfügung stellt: kennedy-bibliothek.info/data/bibo/media/GeldbuchDeutsch2006.pdf (33.6MB, der Download kann je nach Geschwindigkeit etwas dauern).

Terra Preta 2

Alarmierend – unsere Böden gehen den Bach hinunter, ziemlich buchstäblich. Die konventionelle Landwirtschaft düngt Mineralien, aber "das Leben" – der Humus, wird nicht regeneriert. Der Oberboden wird mit schwerem Gerät befahren und dann mit dem Pflug wieder aufgerissen. Immer mehr Nutzungsdruck und Ertragsmaximierung lasten auf dem Boden – nachwachsende Rohstoffe, Nahrungsmittel, Siedlungsfläche. Doch es geht auch anders. Wie schon zuvor berichtet, kann Terra Preta erstaunliche Erträge liefern, unter Erhalt sogar Steigerung der Bodenfruchtbarkeit und -gesundheit.

Überkomplexität

Komplexität ist wunderbar. Die biochemischen und ökosystemaren Regulationsprozesse sind mannigfaltig verschachtelt und ausgeklügelt (wenn man daran glaubt), oder evolutiv hochgradig optimiert und verfeinert.

Wissenschaft vereinfacht Strukturen, um sie begreiflich zu machen und mit handhabbarem Denkaufwand logische Schlüsse ziehen zu können. An ein komplexes System wird "herangezoomt" bis nur noch ein scheinbar einfacher Teilvorgang und dessen unmittelbare Umgebung betrachtet wird. Solange der Kontext im Blickfeld bleibt, ist dagegen nichts einzuwenden. Wenn man die Naturprozesse funktional betrachtet, stellen sich in aller Vielfalt und Komplexität einige einfache Kernprinzipien heraus, z.B.:

  • Vegetation und der lebendige Boden speichern Wasser und die darin gelösten Nährstoffe, bauen sie in Zellen ein und führen sie in kleinen Kreisläufen. Die Natur hat eine scheinbare "Absicht" Kreisläufe zu schließen und Verluste zu minimieren. Hinter der Absicht verbirgt sich freilich das evolutive Prinzip Optimierung und Stabilisierung oder Degenerierung und Untergang.
  • eingestrahlte Sonnenergie wird hauptsächlich durch Erwärmung von Wasser und Phasenwechsel (Verdunstung und Kondensation) absorbiert und zeitversetzt gedämpft wieder abgegeben.

Diese Prinzipien sind übergeordnet, ihre Umsetzung in der Landschaft ist mannigfaltig und komplex.

Landarbeit

Nach der Industrialisierung mit ihrer Rationalisierung, Maschinisierung und Entmenschlichung setzt auf dem Lande eine Paradigmenwechsel ein: Regionalisierung, nachhaltige Bewirtschaftungsformen und eine primäre Wirtschaft die wieder primär wird.

Wie sich die menschliche Arbeit auf dem Land wiederfindet und wieder mit Sinn füllen kann, die Lust am Gestalten und Herstellen wieder aufkommt, die europäische "Krisenstaaten" wie Griechenland und Spanien die Rückbesinnung aufs Land schon mal vorleben, wie neue soziale Zusammenhänge entstehen, und wie sich diese Entwicklungen fördern lassen beschreiben Christine Ax und Fritz Walter in ihrem vielschichtigen und Mut machenden Artikel "Arbeit an der Zukunft: die Ländlichen Räume werden gewinnen".

Das Wasser reguliert das Klima

Wasser reguliert das Klima, zu einem solchen Grad daß das CO2 damit verglichen zur Nebensächlichkeit wird. Nur Wasser tritt in allen drei Aggregatzuständen auf. Kondensation und Verdunstung sind die wichtigsten Prozesse in der Natur, zur energetischen Stabilisierung des lokalen Klimas. CO2 hingegen gibt's in der Landschaft nur als Gas, langweilig, inert und ungiftig. Ja nicht einmal giftig ist CO2 auch wenn uns das ja inzwischen schon von manchen populistischen Stellen eingeredet wird.

Aber in weltweite, zentralistische Emissionshandelsmechanismen läßt es sich einbinden, das CO2, an denen wieder recht gut verdient werden kann. Angst läßt sich damit machen, daß mit der Riesenatmosphäre da oben zu ein paar Bruchteilen in der Normalverteilung etwas nicht in Ordnung ist. Über Reduktionsziele debattieren kann man damit. Und das hat dazu geführt, daß das CO2 nun schon nahezu als Allgemeinkriterium für alle Natur- und Umweltschutzbemühungen gehandelt wird, und seine Reduktion als das Endziel gilt.

Durch Flußbegradigung und Drainagen in der Landwirtschaft wird Wasser, unser fantastisches Kühlmittel, möglichst schnell aus der Landschaft geschleust, und dann kommt es zu Humusabbau und Erosion und damit Reduktion der Bodenfruchtbarkeit – und zu Überhitzung. Ganz lokal. Die Natur zeigt uns: das Klima ist dezentral, Kreisläufe schließen sich kleinräumig am besten.

Das neue RLeG Blog

Bisher haben wir im Vorstand die Seite www.rleg.de genutzt, um unsere Mitglieder einigermaßen regelmäßig über die Entwicklungen innerhalb der Genossenschaft auf dem Laufenden zu halten, und verschiedene Konzepte und Materialien vorzustellen. Die URL www.rleg.de leitet nun nur noch zu dieser Seite weiter. Die neue Internetpräsenz der Genossenschaft, auf der Sie sich jetzt befinden, ist besser strukturiert: Näheres zu unseren Projekten, zu unserem Wissenschaftsverständnis und der praktischen Forschung bei der wir ansetzen, sowie unseren Arbeitsbereichen (Modulen) finden sie in den jeweilien Sektionen. Aktuelle Veranstaltungen der Genossenschaft und oder innerhalb unseres Netzwerkes finden Sie unter Aktuelles.

Nachdenken über Systeme

Gemeinschaften aller Art – Staaten, Gesellschaften, Wirtschaftsgemeinschaften – sind Systeme mit einer inneren Organisation und äußeren Faktoren. Alle Systeme haben eine optimale Größe und stehen in Beziehung miteinander. Dr Reinhard Stransfeld, Vorsitzender des regionalen Aufbruchs, und Aufsichtsratsmitglied der regionaler leben, beleuchtet das menschliche Systemverständnis, Strukturprinzipien, Ideen und Ideologien, und verdeutlicht die Notwendigkeit, unsere Systeme konzeptionell und ganz praktisch neu zu verstehen um zukunftsfähig zu werden.

Geld als Schulden

Die letzte Bankenkrise ist aus den Schlagzeilen verschwunden. Es gibt ein paar neue oder strenger angewendete Spielregeln, aber Grundsätzliches hat sich nicht geändert im Bankenbetrieb, und nach wie vor sind wir alle auf sie angewiesen. Mit jeder Finanzkrise, und angesichts der immer exorbitanteren Schuldensummen wird vielen Bürgern langsam deutlich, daß mit dem System etwas nicht stimmen kann. Eigentlich glaubt niemand, daß diese Schulden jemals wieder abgebaut werden können, aber solange das System noch einigermaßen funktioniert, haben ja wohl die Mehrheit der Bürger (oder zumindest diejenigen die etwas zu sagen haben) Vorteile davon, zumindest kurzfristig. Aber was ist das System, und warum weiß die Allgemeinheit darüber so wenig?

Gemeingüter

Als erste Einführung für kleine oder junggebliebene Interessierte, hier eine kurze Videosequenz über die Gemeingüter, von CommonsDeutschland:

http://www.youtube.com/watch?v=OMfVtaIxAjA

Etwas simplifizierend freilich, aber gut fürs erste Verständnis des Ansatzes.

Das Standardwerk für Aussteiger

Jede Menge einfache Grundlagen für angehende Selbstversorger (=vorausschauende Erdenbürger), die nicht erst die leeren Regale im Supermarkt abwarten wollen. Dieses Buch hilft, sich Wissen wieder anzueignen, das wir Industriebürger aufgrund eines segensreichen aber vorübergehenden Genusses fossiler Brenn- und Rohstoffe schon nicht mehr zu brauchen glaubten…

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